Meditationen entstanden in Titicachi


''Kommentar: In den einsamen Nächten Titicachis entstanden im Laufe der Jahre mehrere Broschüren über Texte der Evangelien. Eine Broschüre heißt: JESUS LEHRT BETEN. Ich entnehme ihr die Einleitung und die erste Meditation "der blinde Bartimäus". Vielleicht sagt sie euch zu.''


Über den Inhalt

"Jesus lehrt beten" ist ein Versuch, mehrere Texte der Evangelien zu meditieren, in denen Jesus vom Gebet spricht. Wenn Jesus betet oder im Beten unterrichtet, richtet er sich an den Vater, “Abba”, dem er vollständig geeint ist sein ganzes Leben hindurch. Zu diesem Vater betet Jesus im “Vater Unser”, das hier zweimal meditiert wurde. Einmal als Himmelsleiter, und ein zweites Mal mit mehr Anregungen zum persönlichen Gebet. Der Schlüssel zum Gebet Jesu findet sich in Mt 6,6, wo er von der “inneren Kammer” spricht.

Das am meisten bekannte Gleichnis handelt vom “verlorenen Sohn”. Es berichtet uns von einem Vater voller Mitgefühl und Erbarmen, bereit zu verzeihen und diesen verlorenen Sohn aufzunehmen. Mit gutem Grund ist dieses Bild vom Vater das bekannteste und viele von uns machen sich von Gott ein ähnliches Bild. Aber es ist nicht gut, die anderen Bilder vom Vater zu vergessen, die Jesus in verschiedenen Gleichnissen übermittelt. Der Vater kann auch der “König” sein, der Goldminen übergibt, und bei seiner Rückkehr Rechenschaft fordert. Jesus erzählt auch vom “Gottlosen Richter”, der viele Monate hindurch die Witwe bitten lässt, ohne ihr Gerechtigkeit zu schaffen. Der Vater kann auch jenem “Gutsbesitzer” gleich sein, der auf Reisen geht und irgendwann einmal zurückkommen wird, um die Wachsamen zu belohnen und die Gleichgültigen zu bestrafen.

Im Gebet Jesu in Getsemani zeigt sich uns ein schweigsamer Gott, der die Treue seines Sohnes unterstützt, aber nicht eingreift. Er erhört sein Gebet nicht und lässt sogar seine Kreuzigung zu. Dieser Gott Jesu ist dem guten Vater entgegengesetzt, wir finden uns vor inem Gott, der uns hart und abwesend erscheint. Alle Bilder die uns im Evangelium von Gott gezeichnet werden, sind ernst zu nehmen, um fürs Abenteuer eines Lebens aus dem Glauben gewappnet zu sein. Es gibt andere Gleichnisse, in denen Jesus selbst im Mittelpunkt steht. Das gilt für den Text über die “zehn Jungfrauen”, über den “Schatz im Acker”, “Martha und Maria”, “der Blinde Bartimäus” und “die Stillung des Seesturms.” Der Abschnitt über das kontemplative Gebet enthält eine Anleitung, wie der Körper teilnehmen kann am Beten, wie er eintritt ins Schweigen und wie das Gebet auf wenige Worte beschränkt wird, damit die Nähe zum Herrn besser gelingt.

Vielleicht helfen diese Meditationen, die in Titicachi, mitten im Hochgebirge der Anden, entstanden sind, öfter unsere eigene “innere Kammer” aufzusuchen.

Ich danke Dorothea Bonzol, die das Korrigieren des Textes übernommen hat und auch inhaltlich bei vielem mit gutem Rat zur Seite stand.

Titicachi, Diözese El Alto,

25 de enero de 2006


Der blinde Bartimäus Mk 10, 46-52

Sie kamen nach Jericho. Als er mit seinen Jüngern und einer großen Menschenmenge Jericho wieder verließ, saß an der Straße ein blinder Bettler, Bartimäus, der Sohn des Timäus. Sobald er hörte, dass es Jesus von Nazaret war, rief er laut: „Sohn Davids, Jesus, hab Erbarmen mit mir!“ Viele wurden ärgerlich und befahlen ihm zu schweigen. Er aber schrie noch viel lauter: „Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir!“ Jesus aber blieb stehen und sagte: „Ruft ihn her!“ Sie riefen den Blinden und sagten zu ihm: „Hab nur Mut, steh auf, er ruft dich.“ Da warf er seinen Mantel weg, sprang auf und lief auf Jesus zu. Und Jesus fragte ihn: „Was soll ich für dich tun?“ Der Blinde antwortete: „Rabbuni, ich möchte wieder sehen können.“ Da sagte Jesus: „Geh! Dein Glaube hat dir geholfen.“ Im gleichen Augenblick konnte er wieder sehen und folgte Jesus auf seinem Weg.

Not lehrt beten Wenn Gebet ein persönliches Beziehungsgeschehen zwischen Mensch und lebendigem Gott ist, dann ist dieser Text der Evangelien mehr als viele andere eine Gebetsunterweisung. Da sind zwei, die sich begegnen sollten, aber um die Begegnung herzustellen, muss etwas geschehen. Von alleine kommt sie nicht zustande. Denn der wichtige Mann geht vorüber und der, der die Beziehung braucht, muss sie durch Rufen, durch Gebet also, herstellen. Vielleicht gehört zum Gebet die Erfahrung der Not, der Bedürftigkeit, der Unzulänglichkeit. „Not lehrt beten“, sagt der Volksmund. Der Mann ist am Ende, blind, ein Bettler am Straßenrand. Unbeachtet von der Menge, die dem Meister folgt. Er merkt in seiner Dauerdepression, dass jetzt der wichtigste Augenblick seines Lebens gekommen ist. Man sagt ihm, dass Jesus von Nazaret vorüberzieht. Man bezeichnet ihn mit seinem bürgerlichen Namen. Ihn nur damit anzurufen, reicht noch nicht für die entscheidende Begegnung. Da muss mehr sein. Somit übertrifft der Bettler sofort diesen Namen und ruft: „Sohn Davids, Jesus, hab Erbarmen mit mir!“ Für ihn ist also Jesus der Sohn Davids, der Messias. Der Sohn des lebendigen Gottes. Er ruft es laut hinaus, also bleibt es kein schüchternes, verstecktes Glaubensbekenntnis, sondern die klare Herausforderung an Jesus, darauf zu antworten. Noch bleibt die Antwort aus.

Die vielen Stimmen Aber nun reagieren die Umherstehenden, ihre Stimmen werden laut. Man hat Jesus den Messiastitel nicht zugestanden. Danach wird sich auch sein Todesurteil ausrichten. Somit fährt man dem Blinden über den Mund und fordert ihn auf zu schweigen. Es sind die Stimmen der Fernstehenden, derer, die Jesus nur folgen, um ihn zu beobachten und zu kritisieren. Ihre Stimmen sind dem Gebet gegenüber nicht positiv gesinnt. Somit gilt es im Gebet, die negativen Stimmen zu überwinden. Jeder wird da jenen Stimmen ausgesetzt, die sich der persönlichen Beziehung zum Herrn widersetzen. Daneben gibt es auch eine andere Stimme, die im Gewissen ganz tief drinnen anheben möchte zu beten, zu sprechen und zu singen. Lauter aber sind die Stimmen von außen, die sich dagegen wenden. Ein Teil der Stimmen richtet sich nach der Menge und passt sich der Allgemeinheit an. Wenn ich mich dem Urteil der Menge unterwerfe, dann bin ich zwar in Gesellschaft, aber ich habe meiner innersten Stimme nicht gehorcht. Trotz aller äußeren Gesellschaft bin ich im Innersten allein, niemand kann mir die Verantwortung für mein Leben abnehmen. Und ich verfehle mein Ziel, denn so gelange ich nicht zum Herrn. Ich bin unter Leuten und folge deren Richtlinien. Anscheinend bin ich in Gemeinschaft, aber ich bin letztendlich doch allein. Und ich bin im Konflikt mit mir selbst. Meine innere Stimme mahnt. Aber ich habe Angst, ausgesondert zu werden und allein zu sein. Kann ich das Alleinsein aushalten?

Die Einsamkeit Jede Gottesbegegnung geht durch diese Einsamkeit hindurch. Auf eine vertiefte Erfahrung großer Einsamkeit folgt die Erfahrung größerer Gottesnähe. Aus dieser Erfahrung der Nähe Gottes kann von neuem festgestellt werden: Er ist der Sohn Davids, er ist der Messias, er ist der Erlöser! Und der Text sagt: „Er aber schrie noch viel lauter: Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir!“ Somit bleibt der Bettler im Gebet. Er nimmt den Kontakt auf mit dem Anderen und traut ihm alles zu. Der Glaube und das Gebet lassen die Nähe zu Gott wachsen, und durch die Erfahrung des Anderen nimmt das Vertrauen zu. Da entsteht eine lebendige Verbindung. Wer im Gebet zweifelt, kommt nicht voran. Wer die Beziehung wagt, der spürt und vernimmt, dass der Andere da ist. Die Einsamkeit mag hart sein, aber sie ist die Eintrittskarte zur Begegnung. “Geh in deine Kammer, schließ die Türe zu” sind Worte Jesu und bedeuten: Geh in die Stille, wage die Einsamkeit. Danach, bei deinen Geheimnissen, triffst du den Vater . (Mt 6,6)

Das Jesusgebet Der Bettler hat weiterhin gerufen. Damit ist er wirklich vorbildlich für Millionen von Christen geworden. Sie verwenden seinen Ruf als Gebetsruf und sagen abgekürzt: „Erbarme Dich *** Jesus.“ Oder sie rufen mit ähnlichen Worten. Das Jesusgebet, aus dem Osten überliefert, findet im blinden Bartimäus seinen Meister. Der blinde Bettler wird zum Vorbild für das kontemplative Beten. Er sitzt geduldig und ausdauernd Tag für Tag. Seine ganze Aufmerksamkeit ist auf das Hören gerichtet. Er ist sich seiner Bedürftigkeit bewusst, er vertraut darauf, dass eine Begegnung mit Jesus möglich ist und sein Leben entscheidend verändern kann. Er ruft beharrlich, niemand kann ihn davon abbringen. Indem er seinen Mantel wegwirft, lässt er alles Äußere los. Alles, was ihm früher etwas bedeutet hat, ist ihm jetzt hinderlich oder überflüssig. Wichtig ist für ihn nur noch die entscheidende Begegnung mit Jesus. Im Kapitel „Kontemplatives Beten“ wird dieses Gebet genauer beschrieben. Neben der inneren Geisteshaltung des Bettlers gehören dazu auch die körperliche Haltung, das Atmen und die Absicht, mit Jesus, dem Messias, in Verbindung zu treten.

Die Vermittler in der Begegnung: Um Jesus herum sind seine Freunde. Sie sind es, die bei der Begegnung vermitteln. Sie vernehmen, dass Jesus stehen bleibt und dass er sagt: „Ruft ihn her!“ Sie rufen den Blinden und sagen zu ihm: „Hab nur Mut, steh auf, er ruft dich.“ Sie vertreten die Stimmen, die sich für die Begegnung mit dem Herrn stark machen. Somit werden die Jünger eingeschaltet. Die Gemeinschaft, die Jesus gestiftet hat, wird beauftragt. Sie stellt die Beziehung zwischen Jesus und dem Blinden her. Es sind die Stimmen derer, die mit Jesus eine dauerhafte freundschaftliche Beziehung eingegangen sind. Sie sind in ihrer Tätigkeit vor allem darauf bedacht, dass viele Menschen in verschiedensten Situationen den Kontakt zu Jesus finden. Somit ist der Auftrag der Jünger beschrieben. Und die Kirche führt den Auftrag der Jünger weiter. In Katechese und Gottesdienst, in Sakramentenspendung und Eucharistiefeier vermittelt die Kirche die Begegnung mit Jesus, mit dem sie selbst tief verbunden ist. Sie zeugt glaubhaft von ihm und kann sagen: „Er ruft dich, er hat dich lieb, er hat dich erwählt. Nur Mut.“ Es ist schon bei den Jüngern Versagen eingetreten. In der Passion lassen sie Jesus im Stich. Es ist auch in der Kirche Versagen und Sünde anzutreffen. Aber dennoch kann sie in dem, was sie tut, viele Suchenden zum Herrn führen und die erlösende Beziehung ermöglichen.

Er ruft dich Wir alle wollen im Tiefsten eine Berufung. Die Sehnsucht nach Berufung ist bei sehr vielen Menschen vorhanden. Es ist wie die Sehnsucht nach einer großen Liebe. Sie geht von der geistigen Ebene des Menschen aus. Von dort aus will sie die anderen Bereiche durchdringen. Berufen zu sein und die innerste Einsamkeit anzufüllen mit der Gegenwart dessen, der mich geschaffen hat, ist größtes Glück. Wer berufen ist, kann die Sinnfrage in allen Lebenslagen beantworten. Und Bartimäus wird berufen. Wir erfahren von seiner extremen Armut, seiner Behinderung und Einsamkeit und beobachten seinen Entschluss, zu glauben und zu rufen und die negativen Stimmen zu überwinden. Er betet so lange, bis er gerufen wird.

Und wir? Wollen wir wirklich unsere Berufung erfahren und ihr großzügig antworten? Ehe Jesus selbst ruft, braucht es lange Zeit des Suchens und Betens. Es braucht die Information derer, die um Jesus herum sind. Die Vertiefung des Glaubens und die Annahme entscheidender Wahrheiten sind Grundlagen dafür, zur Begegnung fähig zu werden. Es ist die Zeit des Reifens, die empfänglich macht, um den Ruf Jesu zu vernehmen. In ihr vollzieht sich ein langsames Angleichen an den Freund, an seine Werte, seine Weisheit und seine Ansichten.

Der Mantel des Bartimäus Bartimäus vertraut den ermutigenden Stimmen. Er ahnt, dass sie im Namen des Meisters zu ihm sprechen. Er hört sie sagen: „Hab nur Mut, steh auf, er ruft dich.“ "Da warf er seinen Mantel weg, sprang auf und lief auf Jesus zu." Nun geschieht Befreiung und Altlast wird abgeladen. Der Mantel eines Indianers ist sein Poncho, der aus zwei Teilen gewebt ist. Bartimäus lässt beides zurück: Da sind einmal seine guten Werke, seine Bemühungen, die Gebote zu halten, seine kleinen Hilfeleistungen an noch ärmere Bettler und seine guten Worte an viele, die sich mit ihm unterhalten haben. Nun lässt er die guten Werke weg, er braucht sie nicht. Nicht auf Grund seiner guten Werke, sondern auf Grund seines Glaubens und seines Gebetes hat er den Zugang zum Herrn erhalten. Der zweite Teil sind seine Sünden, seine Verzweiflung und seine Gehässigkeiten in vergangenen Tagen. Er geht ja jetzt zum Herrn, der gesagt hat, dass er nicht für die Gerechten gekommen ist, sondern für die Sünder, damit sie umkehren. Bartimäus kann also auch seine Sünden hinter sich lassen. Sie sind vergessen und vergeben, er hat zu einem Stärkeren gefunden, der ihm einen neuen Beginn ermöglicht.

Der aufrechte Gang "Er sprang auf", er geht den aufrechten Gang voller Freude, Energie und Lebensmut, "und lief auf Jesus zu“. Das Zentrum seiner Existenz ist nun Jesus. Der Bettler am Straßenrand hatte den aufrechten Gang verlernt. Die vielen Misserfolge und die angehäuften Enttäuschungen ließen ihn gekrümmt und am Stock gehen. Jetzt geht er aufrecht. Er hat das Gute und das Schlechte hinter sich gelassen. Er hat wieder ein Ziel vor sich. Er geht auf eine große Begegnung zu, ist frei und zutiefst berührt von der Freundschaft, die nun beginnt. Die vielen misslungenen Begegnungen seines Lebens lässt er zurück. Sie waren ihm eine Lehre für die große, geglückte Begegnung.

Die Begegnung mit dem Meister Ganz wenige Worte sind es, die gewechselt werden. In der Begegnung mit Gott braucht es nur wenige Worte. Aber sie verwandeln alles. "Was soll ich dir tun?“ - "Rabbuni, ich möchte wieder sehen!“ Er nennt ihn „Rabbuni“, das heißt:„Mein Meister.“ Nun gibt es keinen anderen Meister mehr für ihn. Alle anderen Stimmen, die zuvor auf ihn eingeredet haben, werden mit der einzigartigen Stimme des Meisters verglichen und, wenn es sein muss, abgelehnt.

Im gleichen Augenblick konnte er wieder sehen Das Sehen ist Zeichen des neuen Lebens, das der Bettler nun beginnt. Sein Augenlicht wird wiederhergestellt, aber für immer leuchtet auch im innersten Dunkel ein helles Licht auf. "Geh, dein Glaube hat dir geholfen!“ Sein Glaube war das Licht, das im Dunkeln leuchtete und ihn beten lehrte. Sein Glaube wurde erhört. Wichtiger noch als das Augenlicht ist die Begegnung mit dem lebendigen Gott in seinem Inneren. Sie wird sein neues Leben bestimmen. Er war blind und nun sieht er wieder. Als erstes Bild der neu geschenkten Sehkraft sieht er Jesus. Sein Bild prägt sich ihm in der Seele ein. Wer das Bild Christi in sich trägt, sieht die Welt anders. Er wird ein kontemplativer Mensch und bewahrt in seinem Inneren das Bild des Meisters. Er wird ihn nicht mehr lassen.

Nachfolge "Und er folgte Jesus auf seinem Weg.“ Der Weg Jesu ist nur mehr kurz. Er führt nach Jerusalem, in seine Passion. Bartimäus begleitet ihn dabei. Er lernt die Jünger kennen. Er merkt, dass Jesus Feinde hat. Er beobachtet die Realität. Was ihm vorher, in seiner Blindheit, nur vom Hörensagen bekannt war, wird ihm nun in aller Klarheit vorgeführt. Der Kontemplative lebt nicht in Illusionen, sondern er erkennt die Wirklichkeit ganz klar. Es wird ihm auch die besondere Kraft zugeteilt, sie ohne Illusionen anzusehen und zu ertragen. Wie keinem anderen wird dem kontemplativen Menschen die Fähigkeit zuwachsen, die Wirklichkeit nachhaltig zu verändern. So verbleibt Bartimäus in der Nähe des Kreuzes und verliert dabei seinen Glauben nicht.

Bartimäus, der Zeuge Obgleich er nicht Zeuge der Auferstehung ist, gehört er zu denen, die der Auferstehungsbotschaft der Apostel vollen Glauben schenken. Er wird Mitglied der Urgemeinde. Er gehört nun zum Kreis derer, die von Jesus mit Begeisterung sprechen und sich bemühen, anderen den Weg zur Begegnung mit dem Meister zu ermöglichen. Er wird aktiver Mitarbeiter in der neuen, jungen Kirche. Seine eigene Heilung erzählt er in den Versammlungen der jungen Gemeinde. Er zeigt den Weg, wie man zu Jesus finden kann und wie man zu ihm, dem Auferstandenen und Erhöhten, eine persönliche Beziehung aufnehmen kann. Sein Zeugnis wird eingebracht in die Erinnerungen der Gemeinde an Jesus. Sein Name verbleibt in den Evangelien. Sein Bericht wird uns als Katechese über das Gebet überliefert. Der Text lädt ein, das Gebet wie Bartimäus zu üben, als Ruf, der mit dem Atmen zusammen immerzu fließen kann: „Sohn Davids, ** hab Erbarmen mit mir.“ Oder: „Jesus, ** erbarme dich.“

Durch die Jahrhunderte haben Christen dieses Gebet sich zu eigen gemacht. Es könnte auch unser Gebet werden. Aus dem Bettler, der noch dazu blind war, wurde ein überzeugter Christ, der die Kirche seiner Zeit mitgestaltete. Das ist auch unsere Chance und Aufgabe.